Eindrücke zu “Warhammer Online”

Seit Dienstag ist es mir ja nun auch vergönnt, in die OpenBeta von “Warhammer Online” zu schnuppern. Vieles ist für mich als alten DAoC-Spieler gewohnt, anderes wieder so neu, daß man sich erst einspielen muß.

Insgesamt macht das Spiel einen sehr guten Eindruck. Die Graphik ist nicht so comiclastig, wie Anfangs befürchtet, und das Gameplay weiß zu gefallen. Vor allem gefällt mir das Szenario-System für die Battlegrounds und die öffentlichen Quests.

Die Szenarios bieten innerhalb eines fest definierten Gebietes ein Schlachfeld für eine festgelegte maximale Anzahl von Spielern der beiden Fraktionen (z.B. 12 vs 12). Man kann sich jederzeit für ein Szenario anmelden und wird in das Szenarion geportet, sobald dort Platz frei wird. Dabei kann man sich als Einzelspieler (und wird dann einer Gruppe mit freiem Platz zugewiesen) oder direkt als Gruppe oder Teilgruppe anmelden. Danach bricht eigentlich nur noch Chaos los, zumindest wirkt es momentan noch so auf mich, da die Rollen der verschiedenen Klassen innerhalb der Gruppe noch eher unklar sind und man noch keine eingefahrenen Taktiken für den Kampf gegen die Feinde hat.

Der Clou an den Szenarios ist, daß man neben sog. Rufpunkten auch eine gute Menge an Erfahrungspunkten bekommt und somit gut innerhalb der Szenarios leveln kann. Dies ist eine willkommene Abwechslung gegenüber dem stumpfen Prügeln von Monstern oder dem Questsystem, daß - bis auf die öffentlichen Quests - keine großen Unterschiede zu DAoC und auch anderen MMORPGs erkennen läßt (also Schema F = Sprich mit X, Bring Gegenstand Y zu NPC Z, Töte Monster 08/15, …).

Die angesprochenen öffentlichen Quests dagegen sind (zumindest für mich) etwas Besonderes. Sobald man eine Zone betritt, in der eine öffentliche Quest läuft, wird man darüber informiert und kann ins Geschehen eingreifen. Die Questziele werden am oberen Bildschirmrand eingeblendet, so daß man auch bei bereits laufender Quest den aktuellen Status gut erkennen kann. Neben Erfahrungspunkten winkt am Ende der Quest dann eine Kiste mit mehreren besonderen Belohnungen, um die alle Teilnehmer würfeln. Dabei wird die Beteiligung der einzelnen Spieler an der Quest mit berücksichtigt, so daß Leute, die nur für die letzten Sekunden mit in die Quest kommen, nur sehr geringe bis gar keine Chancen auf eine Belohnung haben.

Schon jetzt zeichnet sich ab, daß es vermutlich auf den meisten Servern eine deutliche Überbevölkerung auf Seiten des Chaos geben wird. Zugegebenermaßen sind gerade die Grünhäute wirklich super gemacht und ich kann verstehen, daß viele Leute sich dadurch für Chaos entscheiden.

Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen haben wir uns dazu entschieden, auf Seiten der Ordnung zu beginnen, wenn am 15.09. über das HeadStart-Programm die ersten Spieler auf die Live-Server dürfen und am 18.09. auch die restlichen Spieler dazustoßen werden. Ob das eine gute Entscheidung ist, wird sich vermutlich erst in einigen Wochen zeigen. Zumindest spiele ich lieber als Underdog, statt mit dem Zerg über die Feinde zu rollen und in Szenarien in einer elend langen Warteschlange zu landen.

Glücklicherweise finden sich gerade die ehemaligen Mitstreiter aus meiner DAoC-Zeit wieder zusammen und wir beginnen dieses Abenteuer gemeinsam, so daß viele vergnügliche Stunden bevorstehen. Und alleine das tröstet dann auch sicherlich über evtl. vorhandene Fehler, Unzulänglichkeiten des Spielsystems, etc. hinweg.

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